Der FC Rapperswil-Jona bezwingt den AC Bellinzona mit 2:1 – und verschafft sich ein weiter angewachsenes Polster auf den Abstiegsplatz. Es war kein Spiel für Feinschmecker, aber eines mit klarer Botschaft.
Vor dem Anpfiff wurde Dimitri Volkart offiziell verabschiedet. Der Stürmer, der den Klub in dieser Woche in Richtung FC Schaffhausen verlassen hat, erhielt auf dem Rasen den verdienten Applaus. Danach richtete sich der Fokus rasch auf das Sportliche.

Der FCRJ begann kontrolliert und mit erkennbarem Plan. Bereits in der 4. Minute resultierte aus dem Druck eine Ecke, kurz darauf wurde ein Abschluss von Florian Kamberi aus der Strafraummitte geblockt. Der FCRJ bestimmte Ball und Rhythmus, kam in der Anfangsphase auf rund 60 Prozent Ballbesitz. Doch im letzten Drittel fehlte zunächst die Präzision. Distanzversuche von Lorik Emini (26.) und Josué Schmidt (28.) verfehlten das Ziel.
Effizienz schlägt Spielanteile
In der 39. Minute folgte der Kontrast zur Spielstatistik. Nach einem geblockten Versuch kombinierte sich Bellinzona zielstrebig durch: Alberto Trapero legte auf, Evan Rossier traf mit links aus der Strafraummitte unten links zum 0:1 (39.). Wenige Kontakte, maximale Wirkung.
Die Antwort der Rosenstädter kam umgehend. In der 41. Minute flankte Schmidt präzise in die Mitte, Kamberi vollendete mit links in die Tormitte zum 1:1. Der Ausgleich war verdient – und ein Zeichen, dass sich der FCRJ vom Rückstand nicht aus dem Konzept bringen liess.
Kurz vor der Pause kippte das Spiel endgültig. In der 44. Minute parierte Alan Omerovic einen Abschluss von Rossier aus kurzer Distanz stark. Und praktisch im Gegenzug traf Rapperswil-Jona: In der 45. Minute flankte Filipe de Carvalho, Josué Schmidt schloss aus der Strafraummitte mit links oben rechts zum 2:1 ab. Ein sauber herausgespielter Treffer zum psychologisch idealen Zeitpunkt.
Mit 2:1 ging es in die Halbzeit.
Defensive Standfestigkeit
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Bellinzona den Druck. Die Partie wurde intensiver, Zweikämpfe häuften sich. Bruno Morgado sah in der 47. Minute Gelb, wenig später musste mehrfach unterbrochen werden.
Sportlich verlagerte sich das Geschehen zunehmend in Richtung FCRJ-Tor. Duban Ayala scheiterte aus der Distanz an Omerovic (55.), in der 59. Minute hielt der Keeper einen weiteren Versuch rechts unten. Auch Willy Vogt prüfte ihn zweimal aus der Distanz (79., 82.) – beide Male blieb Omerovic souverän.
Rappi setzte seinerseits Nadelstiche. Yannis Ryter zwang den gegnerischen Torhüter zu einer Parade (67.), Kamberi verpasste nach einem Konter knapp links (79.). Doch die klareren Offensivaktionen gehörten in der Schlussphase den Gästen: Armando Sadiku köpfte links vorbei (85.), Momodou Jaiteh schoss rechts am Tor vorbei (86.), hinzu kamen mehrere Ecken (82., 86.).
In der 90. Minute musste Omerovic kurz behandelt werden, konnte aber weiterspielen. Nach 90+5 Minuten war Schluss.
Ein Sieg mit Wirkung
Ein Zuschauer sprach nach dem Spiel von einem «möglicherweise entscheidenden Sieg» im Rennen um den Klassenerhalt. Fakt ist: Der Vorsprung auf den Abstiegsplatz beträgt nun 14 Punkte. In dieser Tabellenregion ist das substanziell.
Der FCRJ gewann dieses Spiel nicht mit Glanz, sondern mit Reife. Nach Rückstand reagierte er konsequent, nutzte seine Möglichkeiten effizient und verteidigte die Führung mit Disziplin. In der aktuellen Phase zählt genau das.