FCRJ-Frauen verpassen Sensation
Dabei hatte sich der FCRJ den starken Auftritt mit einer überzeugenden ersten Halbzeit erarbeitet. Die Mannschaft trat von Beginn an mutig auf, störte Servette früh im Spielaufbau und setzte die Genferinnen mit konsequentem Pressing unter Druck. Die Wirkung zeigte sich bereits nach wenigen Minuten: Ramona Kannady brachte den FCRJ in der 7. Minute in Führung und erhöhte nur drei Minuten später auf 2:0. Der Tabellenführer fand zunächst kaum Mittel gegen die entschlossene Spielweise der Gäste.
Erst gegen Ende der ersten Halbzeit gelang es Servette, mehr Kontrolle zu übernehmen. Die individuelle Qualität der Gastgeberinnen machte sich zunehmend bemerkbar. In der 42. Minute verkürzte Mickaëlla Cardia auf 1:2. Nach der Pause blieb Servette die aktivere Mannschaft, während sich der FCRJ auf eine kompakte Defensive und schnelle Gegenstösse konzentrierte. Einer dieser Konter führte in der 53. Minute zum nächsten Treffer: Cecilia Way stellte mit dem 3:1 den Zwei-Tore-Abstand wieder her.
In der Folge erhöhte Servette den Druck und schöpfte mit mehreren Wechseln zusätzlich offensive Qualität ein. Die FCRJ-Frauen hielten lange dagegen, mussten sich in der 79. Minute aber dem Anschlusstreffer der eingewechselten Magdalena Sobal beugen. Die Schlussphase wurde zur Belastungsprobe. Der FCRJ verteidigte mit grossem Einsatz, hatte kurz vor dem Ende aber selbst noch die Möglichkeit, mit einem Konter für die Entscheidung zu sorgen.
Stattdessen fiel auf der Gegenseite der Ausgleich. In der 88. Minute gelang es dem FCRJ trotz mehrerer Gelegenheiten nicht, den Ball auf der linken Abwehrseite aus der Gefahrenzone zu bringen. Die anschliessende Flanke verwertete Sobal zu ihrem zweiten Treffer des Abends. Aus der erhofften Überraschung wurde ein 3:3.
Zufrieden mit der Leistung, enttäuscht vom Resultat
Trainer Bisig zeigte sich nach der Partie entsprechend zwiegespalten: «Z friide mit de Leischig, entüscht vom Resultat.» Die Einschätzung bringt den Spielverlauf auf den Punkt. Der FCRJ hatte den Tabellenführer mit einer mutigen und geschlossenen Mannschaftsleistung über weite Strecken vor Probleme gestellt. Gleichzeitig offenbarte die Schlussphase, dass insbesondere in der defensiven Stabilität und im Umgang mit Drucksituationen noch Entwicklungspotenzial besteht.
Für das neu formierte Team ist der Auftritt in Genf dennoch ein wichtiges Signal. Die FCRJ-Frauen haben gezeigt, dass sie auch gegen die Spitzenteams der Liga bestehen und dem Tabellenführer das Spiel aufzwingen können. Dass es am Ende nicht zum Sieg reichte, macht die Leistung nicht kleiner – auch wenn die Enttäuschung über den späten Ausgleich überwiegen dürfte.