Die Premiere hatte Gewicht, und sie hielt, was sie versprach. Die Frauen des FC Rapperswil-Jona standen erstmals in den Play-offs – und lieferten gegen den Serienfavoriten BSC Young Boys eine reife, taktisch überzeugende Leistung ab. Das Resultat aber fiel minimalistisch aus: 0:1.
412 Zuschauer auf dem Grünfeld sahen eine Partie, die in ihrer Dramaturgie typisch für solche Konstellationen war. YB übernahm die Kontrolle, liess den Ball laufen, suchte geduldig die Lücken. Rapperswil-Jona dagegen verteidigte kompakt, diszipliniert, mit bemerkenswerter Ruhe in der Organisation. Lange ging das Konzept auf.
Dann die 38. Minute – der eine Moment, der den Unterschied machte. Maja Jelcic nutzte eine gute Gelegenheiten der Gäste und traf zur Führung. Es war kein Chancenfeuerwerk, sondern Effizienz, die YB auf Kurs brachte.
Nach der Pause änderte sich wenig am Kräfteverhältnis, wohl aber an der Intensität. Rapperswil-Jona blieb mutig, hielt das Spiel offen und hielt defensiv stabil. Was fehlte, war die offensive Durchschlagskraft – der letzte Pass, die letzte Entschlossenheit im Abschluss.
So bleibt vor dem Rückspiel am 2. Mai in Bern alles in Reichweite. Ein Tor Rückstand gegen einen überlegenen Gegner: Das ist keine komfortable, aber eine durchaus realistische Ausgangslage. Wer so organisiert verteidigt, darf auch auf den einen Moment vorne hoffen.
Die historische Premiere ist also noch nicht zu Ende erzählt.
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Foto: Symbolbild