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«Man darf nicht zu lange hadern» – Dimitri Volkart über Abschied, Aufstieg und einen Neuanfang

Freitagabend unter Flutlicht. Vor dem Heimspiel gegen die AC Bellinzona wird Dimitri Volkart offiziell verabschiedet. Das Stadion applaudiert lange, viele stehen. Es ist kein inszenierter Abschied, sondern ein ehrlicher. Man spürt Dankbarkeit – und Wehmut.

Dimitri, wie hast du diesen Moment erlebt?

«Zuerst war da Freude», sagt er. «Freude, dass ich so einen schönen Abschluss vor eigenem Publikum erleben durfte.» Dann wird er leiser. «Natürlich war es auch traurig. Dreieinhalb Jahre sind nicht einfach eine Station. Ich habe diese Zeit sehr genossen. Ich durfte mit vielen Spielern auf dem Platz stehen, habe tolle Menschen kennengelernt. Beim FCRJ habe ich mich immer wohlgefühlt.» Seit Sommer 2022 trug er das Trikot des FC Rapperswil-Jona. Er kam vom FC Winterthur – auf der Suche nach Vertrauen und Spielpraxis. Beides fand er.

Was nimmst du aus dieser Zeit mit?

«Vor allem das Vertrauen», sagt Volkart ohne Zögern. «Gerade am Anfang war das enorm wichtig für mich. Ich habe viel Spielzeit erhalten, das hat mir Sicherheit gegeben.»

Er spricht aber nicht nur über die guten Phasen. «Ich habe auch Tiefs erlebt. Wenn ich an die Verletzung in der letzten Saison denke – das war nicht einfach.» Gerade deshalb sei der gemeinsame Erfolg umso wertvoller gewesen.

Der Aufstieg sei nie laut ausgerufen worden, erzählt er. «Aber allen war klar: Ein Verein wie der FC Rapperswil-Jona hat Ambitionen. Je mehr Zeit verging, desto näher rückte dieses Ziel.» In der entscheidenden Phase der Saison geriet die Mannschaft ins Rollen. «Es lief nicht immer alles rund», erinnert sich Volkart. «Aber in der Rückrunde haben wir einen unglaublichen Flow entwickelt. Spätestens nach dem Spiel gegen den SC Kriens wussten wir: Jetzt liegt es drin.» Es sind solche Spieltage, die bleiben – Nicht als Statistik. Sondern als Gefühl.

Nach dem Aufstieg wurde deine Rolle schwieriger. Weniger Einsatzzeit, neue Hierarchien – wie bist du damit umgegangen?

Volkart überlegt kurz. «Es war nicht einfach. Aber ich bin lange genug im Fussball, um zu wissen, dass sich nach einem Aufstieg vieles verändert.» Er habe gehofft, mehr Chancen zu erhalten. «Natürlich. Jeder Spieler will spielen. Aber das sind Entscheidungen, die getroffen werden. Man darf nicht zu lange daran festhalten. Es gehört dazu, auch wenn es weh tut.»

Kein böses Wort, keine versteckte Kritik. Wer mit Weggefährten spricht, hört immer wieder, wie sehr diese Haltung geschätzt wurde. Volkart blieb professionell. Trainierte, arbeitete, unterstützte – auch dann, wenn er nicht im Rampenlicht stand.

Nun wechselst du zum FC Schaffhausen. Was erwartest du von diesem Schritt?
«Ich möchte der Mannschaft helfen, dass sie sich stabilisieren kann», sagt er. «Und persönlich hoffe ich, dass ich wieder eine starke Phase erleben darf – so wie in meinen besten Zeiten in Rapperswil.»

In Schaffhausen trifft er auf seinen früheren Trainer David Sesa. Ein vertrautes Gesicht in einem neuen Umfeld. Vielleicht ist genau das die Mischung, die er jetzt braucht.

Der FCRJ ist dir sichtbar ans Herz gewachsen.

Volkart nickt. «Ich habe mich hier immer sehr wohlgefühlt. Mit allen Menschen, die im Klub arbeiten und täglich ihr Bestes geben. Es gab viele gute Gespräche – mit Mitspielern, mit Fans, mit Mitarbeitenden. Das schätze ich sehr.» Es klingt nicht wie eine Pflichtfloskel zum Abschied. Sondern wie echte Verbundenheit.

Was wünschst du dem Klub?

«Sportlich wünsche ich mir, dass sich der FCRJ langfristig in der Challenge League etablieren kann.» Und dann wird er persönlicher: «Allen Helferinnen und Helfern nur das Beste. Und den Spielern wünsche ich, dass jeder seinen Weg findet – oder zufrieden ist mit dem, den er gerade geht.»

Dimitri Volkart verlässt den FC Rapperswil-Jona als einer, der Spuren hinterlässt. Weil er Haltung gezeigt hat – Und weil er auch dann professionell blieb, als es für ihn persönlich schwieriger wurde.“ (rlu)